Sicherheit

Ergebnisse der Marktüberwachung 2010 im Bereich Chemikaliensicherheit

 

 

Auch im Jahr 2010 haben die Regierungspräsidien als Marktüberwachungsbehörden des Landes zahlreiche Produkte unter dem Gesichtspunkt der Chemikaliensicherheit untersucht.

 

 

Schwerpunktmäßig untersucht wurde unter anderem auf Asbest in Thermoskannen, auf Cadmium in Kunststoffen und Metallerzeugnissen und auf Lösemittel in Klebstoffen. Das Regierungspräsidium Karlsruhe prüfte zudem Autoreifen, ob im Gummi krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthalten sind.
Insgesamt wurden 195 Produkte auf zulässige Schadstoffgehalte getestet. In acht Fällen wurde der weitere Vertrieb des beanstandeten Produkts verboten und umgehend eingestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  • 1 Thermoskanne
    Aus 17 Handelseinrichtungen schickten die Prüfer der Marktüberwachung insgesamt 14 Thermoskannen unterschiedlicher Hersteller und 11 Dichtungen zur Analyse ins Labor. Dabei wurden vorrangig Erzeugnisse der unteren Preisklasse sowie Importe aus Asien berücksichtigt. Bei einer Kanne aus dem Billigsortiment (4,99 Euro) wurde Asbest nachgewiesen.
  • 5 PVC Verpackungen
    Untersucht wurden 133 Produkte unterschiedlichster Art sowie deren Verpackung. Unter anderem Schuhe, Schläuche und Kabel, Stifte, Bauklötze oder Dekoenten.
    Die Prüfer beanstandeten insgesamt fünf PVC-Verpackungen, die einen zum Teil deutlich höheren Cadmium-Anteil aufwiesen, als erlaubt. Der Grenzwert liegt bei 100 mg/kg, Spitzenreiter bei der Überschreitung war die Verpackung einer Autogarage mit 561 mg/kg Cadmium.
  • 2  Klebstoffe
    Getestet wurden 22 handelsübliche Klebstoffe (Nagelkleber, Plastikkleber, Fahrradkleber oder Sekundenkleber) speziell auf die gesundheitsschädlichen Lösemittel Benzol, Toluol und Chloroform. Ein PVC-Kleber wies einen über 25-prozentigen Anteil an Toluol auf, ein Sekundenkleber war mit 0,4 Prozent Chloroform und 0,13 Prozent Dichlorethan belastet.
    Die drei baden-württembergischen Klebemittelhersteller wurden nicht beanstandet.

 

 

Die Überprüfung der Autoreifen im Regierungsbezirk Karlsruhe auf PAK blieb insofern ergebnislos, als es keine Beanstandungen gab. Überprüft wurden 15 gängige Produkte, wobei aus jedem Reifen vier Proben genommen wurden. Besonders beachtet wurden Reifen von Herstellern aus Fernost.

Neben der direkten Produktprüfung kontrollierte die Marktüberwachung im Jahr 2010 auch, wie Unternehmen ihrer Pflicht nachkommen, über gesundheitlich bedenklich Stoffe in ihren Produkten, die europaweit einheitlich so genannten SVHC (Substance of Very High Concern), zu informieren.

 

 

Im Rahmen der Aktion wurde anhand von 69 Handels-Produkten geprüft, ob die Händler über enthaltene Weichmacher und Flammschutzmittel (in einer Menge über dem europäischen Schwellenwert von mehr als 0,1 Massenprozent) Bescheid wussten und ob sie diese Informationen auch korrekt weitergeben konnten.
Untersucht wurden textile Erzeugnisse aus dem Haushalt und dem Auto, Kabel, Taschen aus PVC und Kunstleder, Badeartikel (Duschvorhänge, Fußmatten) sowie Gehäuse von Elektroartikeln.

In 85 Prozent der Fälle, in denen Weichmacher oder Flammschutzmittel im Produkt enthalten waren, stellten sich die abgefragten Informationen als fehlerhaft heraus. In 24 Fällen gaben die Händler die Menge des chemischen Stoffes falsch an, und in 5 Fällen kamen sie ihrer Auskunftspflicht überhaupt nicht nach. In all diesen Fällen mussten die Regierungspräsidien die Erfüllung der Informationspflicht mit Nachdruck einfordern.
Lediglich fünf Produkte, die gesundheitsschädliche Weichmacher oder Flammschutzmittel enthielten, wurde korrekt Auskunft erteilt.

 

 

Da in diesem Bereich offensichtlich ein großer Beratungs- und Überwachungsbedarf besteht, bleibt das Thema „Informationspflicht“ auf der Tagesordnung der Marktüberwachungsbehörden.

 

 

Quelle:

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg