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Artenschutz
  • 05.03.2018

Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland planen gemeinsames Konzept zum Umgang mit Wölfen

Umweltminister Franz Untersteller: „Der Südwesten kooperiert und koordiniert beim Wolfsmanagement. Wir tragen länderübergreifend dem Sicherheitsbedürfnis der Menschen Rechnung.“

Umweltminister Franz Untersteller hat heute in Stuttgart (05.03.) eine enge Zusammenarbeit der Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland im Umgang mit Wölfen angekündigt. „Mit unserem länderübergreifenden Konzept erweitern wir unser Wolfsmanagement um einen wesentlichen Faktor und tragen dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung und der Landwirtschaft Rechnung“, sagte der für den Natur- und Artenschutz im Land zuständige Minister.

Baden-Württemberg stehe wie andere Bundesländer auch vor der Herausforderung, dass sich Wölfe in Deutschland wieder ausbreiten, erläuterte der Minister. Da Wölfe sehr mobil seien und keine Ländergrenzen kennen, liege eine länderübergreifende Zusammenarbeit nahe. Ziel sei ein umfassendes Wolfsmanagement, das sowohl Nutztierhalterinnen und -halter und deren Tiere und wirtschaftliche Existenz schütze, als auch dem Artenschutz gerecht werde, so Untersteller. „Wir haben vereinbart, uns dabei gegenseitig zu unterstützen, Kenntnisse auszutauschen, Erfahrungen und Knowhow zu teilen sowie Personal bereitzustellen.“

Geplant ist zunächst, eine gemeinsame Managementgruppe zu bilden, die den gegenseitigen Informationsaustausch – etwa über Wolfssichtungen oder das Verhalten einzelner Tiere – gewährleisten sowie Aktivitäten zum Schutz von Nutztieren und Menschen vor einem Wolf koordinieren soll. Dabei geht es darum, wandernde Wölfe und in Zukunft möglicherweise Wolfsrudel im Rahmen des Wolfsmonitorings effektiver zu beobachten und zu überwachen. Eine möglichst gute Kontrolle darüber, wo sich wie viele Wölfe befinden und wie sie sich verhalten, sei eine wesentliche Voraussetzung für ein Wolfsmanagement, das Tier und Mensch gleichermaßen schütze, sagte Untersteller.

Aufgabe der Managementgruppe wird auch sein, Experten-Teams zu bilden beziehungsweise auszuwählen, die einen Wolf fangen und notfalls auch erschießen können. Dazu gehört es auch, die erforderlichen Genehmigungen und die notwenige Ausrüstung zu beschaffen.
Umweltminister Franz Untersteller: „Wir wollen einzelne Wölfe fangen und dann mit Sendern ausstatten, um ihre Wege nachvollziehen zu können. Die Teams sollen aber auch verhaltensauffällige und potenziell gefährliche Tiere über die Bundesländergrenzen hinweg verfolgen, um sie im Bedarfsfall zu töten. Mit unserer Vereinbarung schaffen wir dafür die Voraussetzungen.“

Die Entscheidung, ob eine Ausnahme nach dem Bundesnaturschutzgesetz möglich ist und ein Wolf geschossen werden kann, bleibe weiterhin jedem Bundesland selbst überlassen, bekräftigte der Minister. Die Kosten für den Einsatz des Eingreifteams würden untereinander aufgeteilt.

Weitere Bundesländer könnten sich jederzeit an der Zusammenarbeit beteiligen, so Untersteller, er könne sich beispielsweise vorstellen, ein Land wie Bayern in die Kooperation einzubeziehen.

Weitere Informationen

Verhaltenshinweise beim Zusammentreffen von Mensch und Wolf

Hinweise für Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter

Zum Herunterladen

Länderübergreifendes Konzept zum Herdenschutz und Wolfsmanagement [03/18; 356 KB]

Handlungsleitfaden: Die Rückkehr des Wolfes [01/18; 1,55 MB]


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