Pressemitteilungen

Energie
  • 07.05.2014

Baden-Württemberg setzt sich für Verbot von Fracking in Deutschland ein

  • Umweltminister Franz Untersteller

    Bild: KD BUSCH D3S/1

Am Freitag findet die Umweltministerkonferenz in Konstanz statt. Gastgeber ist Umweltminister Franz Untersteller. Er wünscht sich von der Konferenz ein klares Nein für die Gasfördermethode Fracking und ein klares Ja zum Ausbau der Stromnetze von Nord nach Süd.

Vor der Umweltministerkonferenz in Konstanz am Freitag hat Umweltminister Franz Untersteller seine Forderung nach einem Verbot der Gasfördermethode Fracking bekräftigt. Vom Bodensee müsse ein klares Signal gegen die Förderung von Schiefergas aus tiefen Gesteinsschichten ausgehen, sagte Untersteller. Das Risiko für die Umwelt sei schlicht einfach zu groß. Es gebe zu viele offene Fragen, um etwa die Trinkwasservorkommen am Bodensee zu gefährden.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und die Ressortchefs der Länder kommen am Freitag in Konstanz zusammen. Zuvor gibt es schon ab Mittwoch Vorbesprechungen der Amtschefs.

Untersteller betonte, dass im Südwesten 4,5 Millionen Menschen mit Trinkwasser aus dem Bodensee versorgt werden. Dies dürfe nicht gefährdet werden. Notwendig seien aber bundeseinheitliche Regelungen. Untersteller sagte, er sei „zuversichtlich, dass wir einen Beschluss hinbekommen“. Die unkonventionellen Gasvorkommen in Deutschland hielten sich allen Gutachten zufolge „in überschaubaren Grenzen“. Auch die Ukraine-Krise ändere an seiner ablehnenden Haltung nichts.

Aus Sicht Unterstellers überschneiden sich Umwelt- und Energiethemen immer häufiger. „Ich würde mir wünschen, dass wir bei sowas wie der Energiewende eine Energieministerkonferenz hätten.“ Sein Ruf danach sei bisher nicht erhört worden. Auch um den wichtigen Ausbau der Stromnetze voranzubringen, wie er betonte.

Wir brauchen den Netzausbau von Nord nach Süd

Die geschätzten Kosten von 16 Milliarden Euro für den Netzausbau in den nächsten zehn Jahren seien gut angelegtes Geld. Mit riesigen Stromtrassen soll Energie vor allem aus Windkraft vom Norden in die Industrieregionen im Süden gebracht werden. Um die Akzeptanz dafür zu erhöhen, müsse man offen für Alternativen sein. „Die Erdverkabelung muss eine größere Rolle spielen, auch wenn es mit höheren Kosten verbunden ist.“ Trotz des Protestes von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer gegen eine der drei zentralen neuen Höchstspannungsleitungen ist Untersteller für die Konstanzer Konferenz optimistisch: „Ziel ist es, zu bekräftigen, dass wir den Netzausbau von Nord nach Süd brauchen, aber auch den Ausbau der Verteilnetze, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten.“

Thema in Konstanz werden auch die gestiegenen klimaschädlichen CO2-Emissionen sein, sagte Untersteller. „Wir haben die schizophrene Situation, dass wir die Energiewende machen und gleichzeitig die Emissionen steigen.“ Zudem werde so viel Strom exportiert wie selten. Es brauche eine Reform des europäischen Emissionshandels. „Es gibt keinen Anreiz, Strom in effizienten Kraftwerken zu produzieren, sondern es gibt zum Schaden des Klimas und damit aller Menschen leider einen massiven Anreiz, Strom rund um die Uhr in Braunkohlekraftwerken zu produzieren - und ihn dann zu exportieren.“

Quelle: dpa/lsw


Fußleiste