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Umweltministerium begrüßt dänische Delegation

Umweltminister Franz Untersteller (3. v. l.) und Dr. Daniel Laux (r.) vom Umweltministerium begrüßten die 20-köpfige Delegation aus Dänemark
Umweltminister Franz Untersteller (3. v. l.) und Dr. Daniel Laux (r.) vom Umweltministerium begrüßten die 20-köpfige Delegation aus Dänemark

Wie ist Baden-Württemberg bei der Energieeffizienz von Gebäuden aufgestellt? Um dies herauszufinden, machte sich am 3. Oktober 2018 eine Delegation von Kopenhagen nach Stuttgart auf. Neben Vertreterinnen und Vertretern der dänischen Energieagentur waren auch Repräsentanten des dänischen Ministeriums für Energie, Versorgung und Klima, des Außenministeriums, des Nationalen Instituts zur Gebäudeforschung sowie die dänische Generalkonsulin für Baden-Württemberg und Bayern anwesend. Ebenfalls waren Vertreter der Stadt Kopenhagen sowie von Wohnungs- und Bauunternehmen angereist.

Da beide Partner ambitionierte Ziele in Sachen Klimaschutz und Energieeffizienz haben, verspricht sich Baden-Württemberg viel von der Kooperation mit Dänemark. Dies bekräftigte Umweltminister Franz Untersteller bei seiner Begrüßung. Er betonte die Einsparpotenziale, die noch im Gebäudesektor liegen, und unterstrich die Rolle von Gebäudesanierungen, kommunalen Wärmenetzen und der Abwärmenutzung, um die Treibhausgasemissionen in Baden-Württemberg zu minimieren.

Das weitere Programm des dreitägigen Aufenthalts der dänischen Delegation war vollgepackt mit Exkursionen, Diskussionsrunden und Workshops. Neben gesetzlichen Rahmen- und Zielsetzungen informierten sie sich über das Energiekonzept der Stadt Stuttgart, die deutschen Planungen und Fortschritte bei der Adaption des niederländischen Energiesprong-Konzepts und bei Zukunft Altbau über das Thema Sanierung. Im Vordergrund des Wissensaustauschs stand die Frage, wie Städte effizienter gebaut und verwaltet werden können und wie serielles Sanieren in beiden Ländern weiter vorangetrieben werden kann.

Vereinbarkeit von niedrigen Mieten und energieeffizienter Bauweise

Auch die Praxis sollte beim Besuch der Dänen nicht zu kurz kommen. Sie lernten die  auf Energie-Plus-Standard energetisch sanierte Uhlandschule in Stuttgart kennen und machten bei der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) halt. Das kommunale Wohnungsunternehmen zeigte der Delegation die Fortschritte im Stuttgarter Hallschlagviertel. Hier sind die Mieten bezahlbar, auch mit nachhaltiger und energieschonender Bauweise. Beim Rundgang durch das Viertel ging die SWSG insbesondere auf die energetischen Aspekte der Gebäude ein

Welchen Beitrag die Wohnungswirtschaft zur Erfüllung deutscher Klimaziele leistet und was in Zukunft geplant ist, legte der Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen (vbw) den Dänen dar. Neben der aktuellen Lage auf dem deutschen Wohnungsmarkt und dem Stand der energetischen Sanierungen bei den Mitgliedsunternehmen lag auch hier das besondere Augenmerk auf der Vereinbarkeit von Energieeffizienz, Umweltstandards und bezahlbarem Wohnraum für breite Teile der Bevölkerung.

Forschung und Entwicklung

Auch das Thema Forschung und Entwicklung sollte nicht zu kurz kommen. Zum Abschluss ihrer Reise besuchte die Delegation die EGS-plan Ingenieurgesellschaft für Energie-, Gebäude- und Solartechnik mbH und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Die EGS-plan stellte ihre integralen Energie- und Technikkonzepte für Gebäude vor, veranschaulichte, wie erneuerbare Energien optimal genutzt und bestehende Anlagen optimiert werden können. Auch die Steuerung und Überwachung von technischen Anlagen beim Bau energieeffizienter Gebäude waren Thema des Vortrags.

Um den neuesten Stand der Forschung ging es zuletzt beim ZSW. Neben Energielieferanten wie Photovoltaik beschäftigt sich das Zentrum mit Wasserstoff, Brennstoffzellen und elektrochemischen Energietechnologien und macht sich Gedanken darüber, wie diese Energieträger in vorhandene Netze und zukünftige Smart Grids integriert werden können.