Grundlage für die Fortentwicklung des Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzepts

Monitoring der Klimaschutzziele und der Umsetzung des Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzepts

Kohlendioxid-Icon auf einer Wolke aus grünen Blättern

Das Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg sieht vor, bis zum Jahr 2030 die Treibhausgasemissionen (= CO2-Äquivalente) um mindestens 65 Prozent gegenüber 1990 zu senken, bis zum Jahr 2040 ist die Netto-Treibhausgasneutralität („Klimaneutralität“) zu erreichen. Mit einem regelmäßigen Monitoring überprüft die Landesregierung, ob die eingeleiteten Maßnahmen zum Klimaschutz in Baden-Württemberg greifen und es gelingt, die Treibhausgasemissionen spürbar zu reduzieren.

Hierzu werden jährlich Monitoring-Kurzberichte und alle drei Jahre ein zusammenfassender Monitoring-Bericht veröffentlicht. Die Berichte enthalten Aussagen zur Entwicklung der Treibhausgasemissionen im Land und zum Umsetzungsstand der Maßnahmen des Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzepts (IEKK).

Monitoring-Kurzbericht 2020

Die Treibhausgasemissionen betrugen in Baden-Württemberg 2019 etwa 72,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Dies war der mit Abstand niedrigste Wert seit 1990. Der Ausstoß lag 2019 um 19 Prozent unter dem Wert von 1990 und 4 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Auch im Jahr 2019 stammte der größte Anteil der Treibhausgasemissionen aus dem Verkehrsbereich (knapp 33 Prozent), gefolgt von den privaten Haushalten (17 Prozent), der Stromerzeugung (16 Prozent) und der Industrie (12 Prozent). Der Emissionsrückgang 2019 verteilt sich nicht gleichmäßig über die Sektoren, sondern geht in erster Linie auf Emissionsminderungen im Bereich der Energiewirtschaft zurück.

Erste Schätzungen des Statistischen Landesamtes für 2020 gehen von einem Treibhausgasemissions-Ausstoß von knapp 65,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten aus (minus 6,2 Millionen Tonnen beziehungsweise minus 8,7 Prozent im Vergleich zu 2019). Somit hat das Land sein im Klimaschutzgesetz 2013 formuliertes Ziel erreicht, die Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2020 gegenüber dem Referenzjahr 1990 um mindestens 25 Prozent zu reduzieren. Im Vergleich zum Referenzjahr 1990 haben die Emissionen insgesamt um 26,8 Prozent abgenommen. Dies ist jedoch maßgeblich auf die pandemiebedingten Sondereffekte zurückzuführen – insbesondere  auf den gesunkenen Ausstoß im Verkehrssektor. Das Statistische Landesamt geht davon aus, dass das Land ohne diese Sondereffekte nur eine Minderung der Treibhausgasemissionen um circa 23,5 Prozent erreicht und damit sein Ziel für 2020 verfehlt hätte.

Zusammenfassender Monitoring-Bericht 2017

Der erste zusammenfassende Monitoring-Bericht wurde im September 2017 veröffentlicht. Dieser enthält zusätzlich zu den jährlichen Berichten eine Projektion zur voraussichtlichen Entwicklung der Treibhausgasemissionen bis 2020 sowie Vorschläge zur Weiterentwicklung des Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzepts.

Der Landesbeirat für Nachhaltige Entwicklung hat eine Stellungnahme zu diesem umfassenden Monitoring-Bericht abgegeben. Diese Stellungnahme und der Monitoring-Bericht selbst bilden eine wichtige Grundlage für die weiteren Aktivitäten der Landesregierung beim Klimaschutz.