Dialogverfahren Suedlink

Beteiligung ist uns wichtig!

Dialog zum SuedLink

  • Bauarbeiter stehen vor einem Kabelzug (Quelle: TransnetBW und TenneT TSO)

Bei der Planung der Trassenkorridore des SuedLinks war das Ziel der Landesregierung, die Bevölkerung, Kommunen, Verbände und weitere Akteure frühzeitig zu beteiligen. Bereits vor den formalen Verfahren der Bundesfachplanung und Planfeststellung wurde deshalb ein informeller Dialog gestartet. Bürgerinnen und Bürger konnten sich frühzeitig und direkt vor Ort über die Planungen informieren und einbringen. Anliegen des Dialogverfahrens zum SuedLink war es, im gemeinsamen Dialog mit allen Beteiligten Anregungen und Vorschläge für die Bundesfachplanung zu gewinnen, Fragen zu beantworten und eine transparente Planung noch vor Beginn der behördlichen Verfahren zu gewährleisten.

Was ist der SuedLink?

  • SuedLink ist ein gemeinschaftliches Netzausbauvorhaben der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW und TenneT. Es ist mit insgesamt rund 800 km Länge das größte Infrastrukturvorhaben der Energiewende, das Windstrom aus dem Norden Deutschlands in die Lastzentren im Süden transportieren soll. Aktuell sind zwei Verbindungen – zwischen Wilster bei Hamburg und Grafenrheinfeld in Bayern bzw. zwischen Brunsbüttel in Schleswig-Holstein und Großgartach in Baden-Württemberg – Bestandteil des Bundesbedarfsplans.

    SuedLink wurde 2012 und 2013 von der Bundesnetzagentur im Rahmen der Netzentwicklungsplanung als notwendig für die künftige Versorgungssicherheit von Wirtschaft und Bevölkerung mit Strom eingestuft. 2013 hatten Bundestag und Bundesrat diese Einstufung mit der Aufnahme in den Bundesbedarfsplan bestätigt.

    Als Folge der Koalitionsbeschlüsse vom 1. Juli 2015 auf Bundesebene und der daraus resultierenden Gesetzesänderungen gilt für das Netzausbauvorhaben SuedLink seit Dezember 2015 ein Erdkabelvorrang. Unter diesen geänderten Vorzeichen wurden die Planungen für mögliche Erdkabelkorridore seitens der Vorhabenträger und des beauftragten Umweltplanungsbüros in den letzten Monaten zügig vorangetrieben.

    SuedLink wird als länderübergreifendes Vorhaben und als Pilotprojekt für verlustarme Übertragung hoher Leistungen über große Entfernungen in Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs (HGÜ)-Technik geplant und soll 2025 in Betrieb gehen.

    Weitere Informationen

    Bundesnetzagentur

    Transnet BW

    TenneT

Notwendigkeit und Bedarf

    • Trotz des ehrgeizigen Ausbaus der Wind- und Sonnenenergie sowie der Nutzung von Wasserkraft und Biomasse in Baden-Württemberg können die im Land benötigten Strommengen auch auf längere Sicht nicht vollständig auf Basis der einheimischen erneuerbaren Energien produziert werden.
    • Baden-Württemberg war und ist ein Stromimportland: Mit dem Abschalten der Atomkraftwerke fallen bis 2022 über 30 % der Stromerzeugung weg. Diese müssen zumindest teilweise durch zusätzliche Stromimporte gedeckt werden.
    • Der Netzausbau sichert damit die Stromversorgung der baden-württembergischen Bevölkerung und der Industrie.
    • Der Netzausbau ist die schnellste und effektivste Maßnahme, um große Mengen erneuerbaren Stroms in unser Energiesystem zu bringen.
    • Die neuen Stromnetze (Übertragungsnetze) sollen den in Norddeutschland erzeugten Windstrom in die Verbrauchszentren im Süden transportieren. Sie sind damit ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einem Energieversorgungssystem mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien.

Wie verläuft das Planungs- und Genehmigungsverfahren? Planungs- und Genehmigungsverfahren

  • Zur Beschleunigung des Netzausbaus von länder- und grenzüberschreitenden Leitungsprojekten wurde 2011 mit dem Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) die Zuständigkeit für die Bundesfachplanung auf die Bundesnetzagentur übertragen. Aufgrund der Planfeststellungszuweisungsverordnung (PlfZV) ist die Bundesnetzagentur seit 2013 auch für Durchführung der Planfeststellungsverfahren dieser Leitungsbaumaßnahmen zuständig. 

    SuedLink wird im Rahmen der Bundesfachplanung mit anschließender Planfeststellung von der Bundesnetzagentur genehmigt.

    Weitere Informationen

    Bundesnetzagentur

Dialog mit der Öffentlichkeit

  • Das informelle Dialogverfahren beinhaltet zwei Phasen:

    Fachdialoge

    In der ersten Phase wurden 2015 und 2016 mit verschiedenen Multiplikatoren vier Fachdialoge sowie eine Fachkonferenz durchgeführt. Diese waren explizit an Expertinnen und Experten, Planerinnen und Planer, Gemeinde- und Kreisvertreterinnen und -vertreter, Behörden, Träger öffentlicher Belange, Verbände und Vertreterinnen und Vertretern von Bürgerinitiativen gerichtet. Es wurde über übergeordnete Aspekte der Trassenplanung und besonders spezifische Themen wie beispielsweise das Planungsverfahren und die Beteiligungsmöglichkeiten innerhalb der Bundesfachplanung, Erdverkabelung oder Belange der Landwirtschaft und des Bodenschutzes informiert und diskutiert. Diese Veranstaltungen fanden bereits vor dem öffentlichen Dialog mit den Bürgern statt, ohne das bereits konkrete Trassenvorschläge vorlagen. Ziel war es, eine gemeinsame Wissensbasis und ein gemeinsames Verständnis für das Planungsverfahren zum SuedLink zu entwickeln. Vorträge und Ergebnisse finden Sie unter Dokumentation.

    Bürgerdialoge

    In der zweiten Phase fanden die öffentlichen Bürgerdialoge statt. Sie haben interessierte Bürgerinnen und Bürger, Anwohner der möglichen Trassenvarianten, Bewohner der umliegenden Gemeinden und andere Interessierte über die Planungen und Hintergründe zum SuedLink informiert, das Planungsverfahren erläutert und Einflussmöglichkeiten in den jeweiligen Verfahrensschritten vorgestellt. Das Konzept sah dezentrale Bürgerveranstaltungen entlang der geplanten Trasse bzw. im Untersuchungsraum der Trasse, in unmittelbarer Nähe der Wohnorte der Betroffenen vor. Damit war eine umfassende Information und Diskussion mit allen Interessierten – ungeachtet ihres Vorwissens – gewährleistet.

    Das Umweltministerium Baden-Württemberg und die Deutsche Umwelthilfe haben in Kooperation mit dem Regionalverband Heilbronn Franken und mit Beteiligung des Vorhabenträgers TransnetBW fünf öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltungen ausgerichtet.. Dazu waren alle Bürgerinnen und Bürger der betroffenen Regionen herzlich eingeladen. Die Bürgerdialoge fanden in Leingarten, Möckmühl, Grünsfeld, Bad Mergentheim und Oberwittstadt statt. Vorträge und Ergebnisse können unter Dokumentation heruntergeladen werden.

Beteiligungsmöglichkeiten

  • Die Beteiligung der Öffentlichkeit im Dialogverfahren zum SuedLink der Landesregierung ist abgeschlossen. Es folgt nun das gesetzliche Verfahren auf Bundesebene. Im Planungs- und Genehmigungsverfahren der Bundesnetzagentur stehen der Öffentlichkeit und den Trägern öffentlicher Belange weitere Beteiligungsmöglichkeiten zur Verfügung.

    Weitere Informationen

    Bundesnetzagentur – Wer kann mitreden?



Ansprechpartner

für den Dialog SuedLink

 

Dr. Heiko Lünser

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft 

0711 126-1233

Heiko Lünser

 

Saskia Branzke

Projektsprecherin SuedLink Transnet BW

0800 380470-1

Transnet BW

Weitere Informationen

Dokumentation

Vorträge und ErgebnisseMehr

Videos

SuedLink-Film: Die Windstromleitung

(Transnet BW, Tennet)Film ansehen


Netzausbau in Baden-Württemberg

(„Energiewende – machen wir!")Film ansehen

Fußleiste