FAQ

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  • 19.05.2015

Fragen und Antworten

Die Verordnung zum Sanierungsfahrplan Baden-Württemberg (SFP-VO) wurde am 28. Juli 2015 im Kabinett beschlossen und ist rückwirkend zum 1. Juli 2015 in Kraft getreten. Die Verordnung ergänzt § 9 Absatz 4 und § 16 Absatz 3 der Novelle des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes (EWärmeG).

Was ist der Sanierungsfahrplan Baden-Württemberg (SFP)?

  • Der gebäudeindividuelle energetische Sanierungsfahrplan Baden-Württemberg ist ein Beratungsinstrument für Eigentümer von Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden. Ein Energieberater analysiert bei einer Begehung vor Ort den Ist-Zustand des Gebäudes. Im Sanierungsfahrplan für ein Wohngebäude schlägt er entweder eine umfassende Gesamtmaßnahme oder ein schrittweises Vorgehen mit Maßnahmenpaketen vor. Im Sanierungsfahrplan wird aufgezeigt, wie das Gebäude energetisch saniert werden kann. Bei einem Nichtwohngebäude muss der Sanierungsfahrplan mindestens zwei Sanierungsvarianten enthalten – „schrittweise“ oder „in einem Zug“; alternativ zwei unterschiedlich ambitionierte Varianten.

    Der Sanierungsfahrplan Baden-Württemberg dient dem Gebäudeeigentümer als Grundlage für die energetische Sanierung seines Gebäudes. Er ist ein Strategiepapier und beinhaltet keine Planungsleistung.

Wie sieht der Sanierungsfahrplan für Wohngebäude aus?

  • Ein Beispiel für einen Sanierungsfahrplan für Wohngebäude können Sie hier herunterladen. Dem Muster muss der Energieberater sämtliche Berechnungsgrundlagen und Annahmen als Anhang beifügen. So soll sichergestellt werden, dass der Beratungsempfänger und später an der Sanierung Beteiligte die Empfehlungen des Energieberaters nachvollziehen kann.

    Andere Darstellungsweisen sind ebenfalls möglich, wenn sie die Anforderungen der Sanierungsfahrplan-Verordnung Baden-Württemberg (SFP-VO) erfüllen. Für Nichtwohngebäude stellt das Umweltministerium aufgrund der Vielfalt der Gebäudetypen kein Muster zur Verfügung. 

Wer darf den Sanierungsfahrplan Baden-Württemberg ausstellen?

  • Die Voraussetzungen zur Ausstellungsberechtigung sind in § 6 der SFP-VO geregelt. Der Energieberater muss in einer Selbsterklärung bestätigen, dass er die Anforderungen der Verordnung erfüllt. Neben Ingenieuren und Architekten können vor allem für Wohngebäude auch entsprechend qualifizierte Handwerker und Schornsteinfeger berechtigt sein, einen Sanierungsfahrplan Baden-Württemberg auszustellen. 

Werden andere Beratungsprodukte zur Erfüllung des EWärmeG anerkannt?

  • Berichte, die nach den Vorgaben der Vor-Ort-Beratung des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erstellt wurden, werden bei Wohngebäuden zur Gesetzeserfüllung ebenfalls anerkannt. Voraussetzung ist, dass sie zum Zeitpunkt der Heizungserneuerung nicht älter als fünf Jahre sind. Die Anerkennung eines Energiesparchecks (ESC) ist nicht möglich.

    Der iSFP (individuelle Sanierungsfahrplan) für Wohngebäude erfüllt ab 1.7.2017 die Bedingungen der Richtlinie für die Förderung der Energieberatung in Wohngebäuden (BAFA Vor-Ort-Beratung) des BMWi vom 29. Oktober 2014. Er ist aber für die BAFA-Vor-Ort-Beratung nicht verbindlich. Die Richtlinie des Bundes wird zunächst nicht geändert. Die BAFA-Vor-Ort-Beratung gilt nach §4 Abs. 3 SFP-VO – auch in der Darstellungsvariante des iSFP – als einem Sanierungsfahrplan BW gleichwertig und kann damit im EWärmeG angerechnet werden.  

    Eine Anerkennung von Energieaudit-Berichten oder der Energieberatung im Mittelstand bei Nichtwohngebäuden ist nur möglich, wenn sie den Vorgaben der SFP-VO entsprechen. Eigentümer von Nichtwohngebäuden, die als Unternehmen beispielsweise bereits ein Energiemanagementsystem eingeführt haben oder Energieaudits durchführen, können die für einen Sanierungsfahrplan erforderlichen Daten – soweit vorhanden – daraus entnehmen und damit die Kosten und den Aufwand für einen Sanierungsfahrplan deutlich reduzieren.

Ist es verpflichtend, die im SFP vorgeschlagenen Maßnahmen umzusetzen?

  • Es besteht keine Verpflichtung, die vorgeschlagenen Maßnahmen umzusetzen. Der Sanierungsfahrplan soll aufzeigen, welche Sanierungsschritte in welcher Reihenfolge für das Gebäude sinnvoll sind. Er liefert Informationen und Entscheidungsgrundlagen, die dem Eigentümer helfen können, die energetische Verbesserung des Gebäudes besser zu planen und umzusetzen. 

Ist es sinnvoll, einen SFP vor der Heizungserneuerung erstellen zu lassen?

  • Ja, denn im Sanierungsfahrplan werden auch Vorschläge für die künftige Heiztechnik gemacht, die gleich berücksichtigt werden können. Je frühzeitiger sich ein Eigentümer mit dem Thema befasst, desto besser ist er auch für den Fall vorbereitet, wenn eine Heizung defekt ist und zügig ersetzt werden muss. Außerdem können unnötige Kosten vermieden werden, da ein Sanierungsfahrplan aufeinander aufbauende Schritte aufzeigt und darauf hinweist, worauf für spätere Schritte frühzeitig zu achten ist.

Wie wird der Sanierungsfahrplan Baden-Württemberg gefördert?

  • Das Umweltministerium Baden-Württemberg fördert die Ausstellung eines Sanierungsfahrplans für Wohngebäude. Die Abwicklung erfolgt über die L-Bank. Alle Fördervoraussetzungen sind in der Förderrichtlinie des Umweltministeriums (FöRL SFP) festgelegt.

    Die Höhe des Zuschusses ist von der Anzahl der Wohneinheiten in den jeweiligen Gebäuden abhängig: Er beträgt je 200 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser und erhöht sich für Mehrfamilienhäuser ab der dritten Wohneinheit um 50 Euro für jede weitere Wohneinheit. Der maximale Zuschuss pro Gebäude beträgt 500 Euro. Der Zuschuss darf 50 Prozent der Beratungskosten gemäß Ziffer 5.5 FöRL SFP (inkl. Mehrwertsteuer) nicht übersteigen. 

Was ist zu beachten, wenn Sie Fördermittel beantragen?

  • Insgesamt können pro Antrag Zuschüsse in Höhe von 1.000 Euro bis höchstens 3.000 Euro bewilligt werden. Es ist zulässig, mehrere Anträge zu stellen. Ein neuer Antrag kann jedoch erst gestellt werden, wenn für den gleichen Zuwendungsempfänger höchstens zwei Anträge vorliegen, für die noch keine vollständigen Verwendungsnachweise eingereicht wurden.

    Der Bewilligungszeitraum beträgt grundsätzlich neun Monate ab Erlass des Zuwendungsbescheides. Der Verwendungsnachweis ist spätestens drei Monate nach Ende des Bewilligungszeitraums vorzulegen. Der Anspruch auf Zuwendung erlischt, wenn die Maßnahme nicht innerhalb des Bewilligungszeitraums abgeschlossen und/oder der Verwendungsnachweis nicht rechtzeitig vorgelegt wird. Auf Antrag kann der Bewilligungszeitraum um maximal drei Monate verlängert werden.

Wie wirkt sich das Alter eines Sanierungsfahrplans aus?

  • Zwischen dem Erstellungsdatum des Sanierungsfahrplans (SFP) und dem Zeitpunkt des Austausches der Heizanlage dürfen nicht mehr als 5 Jahre liegen. Sollte ein SFP (oder eine als gleichwertig anerkannte BAFA-Vor-Ort-Beratung) zum Zeitpunkt, in dem die Nutzungspflicht entsteht (also bei Heizungstausch) älter als 5 Jahre sein, müsste ein neuer SFP erstellt werden.

    Für einen SFP, der bei Heizungstausch nicht älter als 5 Jahre ist oder der erst nach einem Heizungstausch erstellt wird, genügt es, diesen der zuständigen unteren Baurechtsbehörde einmalig vorzulegen. Bitte nutzen Sie hierzu die Nachweisvordrucke. Der SFP muss bis zu einem erneuten Heizungstausch nicht aktualisiert bzw. erneut ausgestellt werden.


Weitere Informationen

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