Bioenergiewettbewerb

Heizkraftwerk mit Brennstoff Stroh, Heu und Hackschnitzel

Antragsteller
BEK Bioenergie Killertal GmbH

Standort
72417 Jungingen, Zollernalbkreis

Schwerpunkt:
Effizienzsteigerung, Innovative Konzepte, Innovative Technik, Mobilisierung von Biomasse, Nahwärmenetz

Kurzbeschreibung:
Zwei Landwirte und ein Unternehmer haben sich zur BEK Bioenergie Killertal GmbH zusammengeschlossen. Die Landwirte haben bisher Heu zum Verkauf als Futter produziert, was aus Qualitätsgründen des Heus immer schlechter zu realisieren ist. Deshalb plant die Firma BEK Bioenergie Killertal die Errichtung einer KWK-Anlage zur Erzeugung von Strom und Wärme zu Heiz- und Trockenzwecken. Primäres Ziel ist die Wärmeversorgung der angrenzenden Industriehallen zu Heizzwecken im Winter, zur Klimatisierung im Sommer und zur Lieferung von technischer Wärme für eine große Lackieranlage sowie die Trocknung für Agrargüter in saisonalen Zyklen. Der Strom soll auf Basis des EEG in das Netz des Stromversorgers eingespeist werden.

Vorgesehen ist die Errichtung einer Feuerungsanlage mit 2 MW Leistung. Über eine ca. 700m lange Wärmeleitung sollen v.a. Industriebetriebe mit Wärme versorgt werden. Über einen Dampfmotor mit 216 kW elektrischer Leistung soll zusätzlich Strom produziert werden. Die Feuerungsanlage wird so ausgelegt, dass eine Mischung der Brennstoffe Holzhackschnitzel und Stroh/Heu einen reibungslosen Betrieb erlaubt. Die feuerungstechnischen Probleme der Halmgüter sollen dabei durch die Mischung mit Hackschnitzeln reduziert werden, gleichzeitig soll aber immer mindestens ein Anteil an Halmgütern von 30% gewährleistet werden.

Durch den vorgesehenen wärmegeführten Betrieb ergibt sich eine sehr gute Energieeffizienz. Der Einsatz von Stroh und Heu erweitert das energetisch nutzbare Biomassespektrum. Da das Heu überwiegend von FFH-Wiesen stammt, eröffnen sich gleichzeitig Perspektiven zum Erhalt dieses Grünlandes durch eine sinnvolle und wirtschaftliche Nutzung.

Das Konzept einer großen Strohheizung in Verbindung mit Stromerzeugung wurde bisher in Baden-Württemberg noch nicht umgesetzt. Aufgrund der hohen Energieeffizienz, der Mobilisierung bisher nicht genutzter Biomassen bei gleichzeitigem Zusatznutzen für die Landschaftspflege handelt es sich um ein vorbildliches Projekt. Gleichzeitig gehen die Betreiber hinsichtlich Technik und Wirtschaftlichkeit ein beträchtliches Risiko ein.

Fördersumme: bis zu 250.000 Euro, davon bis zu 175.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).