Energiepreise

Strom, Heizung und Kraftstoff

Entwicklung der Energiepreise

  • Stromzähler

Die Preise für Energie sind leicht angestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt der „Energiepreisbericht für Baden-Württemberg 2017“ des Leipziger Instituts für Energie im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.

Einzelne Ergebnisse im Überblick

Heizöl

  • Auf dem Weltmarkt für Rohöl kam es insbesondere seit 2014 zu erheblichen Preisrückgängen, die sich auch in den Verbraucherpreisen für Heizöl und Kraftstoffe in Deutschland niedergeschlagen haben. Haushalte mussten im Januar 2016 für 100 Liter Heizöl 41,70 Euro bezahlen. Seit Mitte 2017 sind die Ölpreise am Weltmarkt wieder gestiegen, im Schnitt kosteten 100 Liter Heizöl im letzten Jahr 57 Euro. Zum Vergleich: Der bisherige Höchststand im Jahr 2012 betrug knapp 89 Euro für 100 Liter.

    Im europäischen Vergleich wird deutlich, dass die Heizölpreise aufgrund der niedrigeren steuerlichen Belastung in Deutschland deutlich unter dem europäischen Durchschnitt (68,80 Euro je 100 Liter) liegen.

Diesel und Benzin

  • Auch bei den Diesel- und Benzinpreisen kam es gegenüber dem Tiefststand von 2016 (Dieselkraftstoff 1,10 Euro je Liter, Benzin 1,30 Euro je Liter) im Jahr 2017 wieder zu einem leichten Anstieg (Dieselkraftstoff 1,18 Euro je Liter, Benzin 1,37 Euro je Liter). Auch hier waren die Preise 2012 deutlich höher (Dieselkraftstoff 1,49 Euro je Liter, Benzin 1,65 Euro je Liter).

    Im EU-Durchschnitt kostete ein Liter Diesel im Jahr 2017 je Liter 1,21 Euro, ein Liter Benzin rund 1,35 Euro.

Gasmarkt

  • Der Erdgaspreis für deutsche Haushaltskunden ging zwischen dem ersten Halbjahr 2016 und dem ersten Halbjahr 2017 um 7,6 Prozent auf 6,11 Cent je Kilowattstunde weiter zurück. 2014 betrug der Preis noch 6,80 Cent je Kilowattstunde.

    Damit liegen die Haushaltspreise leicht über dem europäischen Durchschnitt (5,83 Cent je Kilowattstunde), jedoch niedriger als in Nachbarländern wie den Niederlanden (7,63 Cent je Kilowattstunde) oder Dänemark (8,09 Cent je Kilowattstunde), die deutlich höhere, klimapolitisch motivierte Steuern auf Erdgas erheben.

Strommarkt

  • 2017 wurde der kontinuierliche Rückgang der durchschnittlichen Großhandelspreise am Strommarkt seit 2011 erstmals wieder gebrochen. Nach dem Tiefstand von 29 Euro je Megawattstunde in 2016 kostete die Megawattstunde Strom im Jahr 2017 durchschnittlich 34 Euro. Zuletzt lagen die Preise im Jahr 2014 in etwa auf diesem Niveau.

    Die Haushaltsstrompreise in Deutschland sind seit dem 2013 weitgehend stabil. Damals kostete die Kilowattstunde Strom durchschnittlich 29,2 Cent, 2017 waren es 29,3 Cent. Aufgrund unterschiedlicher Netzentgelte variieren die Preise innerhalb Deutschlands, der Durchschnittspreis in Baden-Württemberg für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden lag bei 28,10 Cent je Kilowattstunde.

    Die finanzielle Belastung für den Strombezug an der gesamten Kaufkraft eines Haushaltes beträgt in Baden-Württemberg damit 2,23 Prozent, bundesweit liegt der Wert im Jahr 2017 bei 2,47 Prozent.

    Das Preisniveau in Deutschland liegt weit über dem europäischen Durchschnitt von 20,4 Cent je Kilowattstunde im Jahr 2017. Laut Energiepreisbericht ist dies auf die hohen staatlich veranlassten Preisbestandteile zurückzuführen, die aufgrund steigender EEG-Umlage und Netzentgelte im Jahr 2017 mit 54,9 Prozent einen neuen Höchststand erreichten.

    Auch die mittelständische Industrie im Land muss mit 17,07 Cent je Kilowattstunde für ihren Strom weiterhin deutlich mehr zahlen als der europäische Durchschnitt (11,4 Cent je Kilowattstunde). Energieintensive Unternehmen, die von vielen Ausnahmeregelungen beim Strompreis profitieren, mussten hingegen nur 5,36 Cent je Kilowattstunde bezahlen.

    Der aktuelle Energiepreisbericht hat auch den Stromkostenanteil an der Bruttowertschöpfung von durchschnittlichen Unternehmen von Branchen untersucht, die in Baden-Württemberg eine besondere Bedeutung haben. Im Jahr 2016 (aktuellere Daten liegen nicht vor) betrug dieser zwischen einem und drei Prozent im Maschinen- und Fahrzeugbau sowie 13 Prozent bei energieintensiven Branchen wie der Papier- oder Zementindustrie.

Prognose

Das Leipziger Institut für Energie geht in seiner mittelfristigen Prognose bis zum Jahr 2024 für alle Verbrauchsgruppen von einem weiteren leichten Anstieg des nominalen Preisniveaus aus. Allerdings verweisen die Leipziger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf Prognose-Unsicherheiten aufgrund politischer Einflüsse auf die Energiepreise. Ein Beispiel ist der aktuelle Anstieg der Ölpreise aufgrund des Ausstiegs der USA aus dem Atom-Abkommen mit Iran.


Weitere Informationen

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Entwicklung der Energiepreise im Jahr 2015

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Kapazitätsmarkt

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Externe Links

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