Überwachung der natürlichen Radioaktivität in der Umwelt

RADIOAKTIVITÄT IN DER UMWELT

Überwachung der natürlichen Radioaktivität in Baden-Württemberg

Die Überwachung der allgemeinen Umweltradioaktivität wird auf der Grundlage des Strahlenschutzvorsorgegesetzes (StrVG) durchgeführt. Die Überwachung dient der Bestimmung des allgemeinen Pegels der natürlichen Radioaktivität und der Ermittlung künstlicher Einflüsse aufgrund der Tätigkeit des Menschen. Weiterhin dient sie als Vorsorge- und Übungsmessprogramm für Ereignisse mit nicht unerheblichen radiologischen Folgen wie dem Reaktorunglück in Tschernobyl 1986.

Die Messaufgaben werden zwischen dem Bund und den einzelnen Bundesländern aufgeteilt. Die Länder sind im Auftrag des Bundes für die Ermittlung der Radioaktivität in Umweltmedien wie Lebensmittel, Futtermittel, Trinkwasser, Boden, Bewuchs, Oberflächenwasser, Sediment, Abwasser und Klärschlamm zuständig. Diese sehr umfangreichen Messergebnisse werden zentral in einer vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) betriebenen, EDV-gestützten Datenbank gespeichert. Dieses sogenannte Integrierte Mess- und Informationssystem zur Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt (IMIS) wird vom BfS ausgewertet und in Jahresberichten des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) veröffentlicht. 

Natürliche Radioaktivität

Ein natürliches, überall vorkommendes radioaktives Edelgas ist Radon. Es ist geruch- und geschmacklos. Es entsteht durch den natürlichen Zerfall von Uran, das im Boden und im Gestein vorhanden ist. Aus dem Untergrund gelangt es relativ leicht an die Oberfläche und in die Bodenluft oder kann sich gelöst im oberflächennahen Wasser ausbreiten.

Durch Einatmen gelangt das Radon in die Lungen, wird aber zum überwiegenden Teil wieder ausgeatmet. Ein Gesundheitsrisiko entsteht durch die mit eingeatmeten Zerfallsprodukte, die sich in der Lunge ablagern. Die dadurch entstehende ionisierende Strahlung kann das Lungengewebe schädigen und auch bei Nichtrauchern zu Lungenkrebs führen.

Aufgrund dessen wurden bereits mit der Novellierung der Strahlenschutzverordnung im Jahr 2001 zusätzliche Vorschriften zum Schutz von Mensch und Umwelt vor natürlichen Strahlungsquellen bei Arbeiten und zum Schutz der Bevölkerung vor natürlich vorkommenden radioaktiven Stoffen verbindlich gemacht.

In den nachfolgenden Jahren ist die Strahlenbelastung der Bevölkerung durch das radioaktive Edelgas Radon zunehmend in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt. Im Januar 2006 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) darauf hingewiesen, dass Radon ein unterschätztes, aber weit verbreitetes Gesundheitsrisiko darstellt. Sie hat deshalb auch im Jahre 2009 ein Radon-Handbuch herausgebracht und darin erstmals Richtwerte für die Radonkonzentration in Wohngebäuden formuliert.

Die Abteilung Kernenergieüberwachung, Strahlenschutz des MInisteriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat im Jahr 2007 eine Broschüre zum Thema Radon erstellt. Sie informiert darüber, woher Radon kommt, wo wir Radon im Alltag begegnen, weshalb Radon ein Gesundheitsproblem darstellt und was jeder Einzelne selbst gegen eine Radonbelastung in den eigenen Räumlichkeiten tun kann.

Auf der Seite des Bundesamtes für Strahlenschutz gibt es zum Thema Radon ausführliche Informationen.


Weitere Informationen

Radon

Beim Bundesamt für Strahlenschutz erhalten Sie weitere Informationen zur Ausbreitung von Radon, Radon in Gebäuden, Maßnahmen zum Schutz vor erhöhten Radonkonzentrationen und den gesundheitlichen Wirkungen.Zum BfS


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