Lärm

Unterschätzte Umweltbelastung

Lärm

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Lärm ist eine der größten und gleichzeitig am meisten unterschätzten Umweltbelastungen für die Menschen. Subjektive Momente spielen dabei eine wichtige Rolle: Wer ein Geräusch verursacht, empfindet es in der Regel weniger störend als der, der diesem ausgesetzt ist. 

Zahlreiche Menschen sind Schallpegeln ausgesetzt, die sie als untragbar empfinden. In Baden-Württemberg fühlen sich etwa 60 Prozent der Bevölkerung durch Lärm in ihrem Wohnumfeld gestört oder belästigt. Etwa 7 Prozent bezeichneten das Ausmaß der Lärmbelästigung in Baden-Württemberg als stark oder äußerst stark. Als Hauptverursacher wird dabei der Verkehr (Straßenverkehr, Flugverkehr) angesehen.

Gesundheitliche Schäden

Lärm bedeutet für den Körper Stress und kann zu gesundheitlichen Schäden und Beeinträchtigungen wie Gehörschäden, vegetativen Störungen, Schlafstörungen und psychischen Beeinträchtigungen führen. Lärm steht im Verdacht, die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen zu fördern. 

Neben dem Verkehr stellt der Freizeitlärm eine nicht zu unterschätzende Lärmquelle dar, vor allem das Hören lauter Musik über Kopfhörer oder in Diskotheken. Einer Studie des Umweltbundesamtes zufolge sind bei 10 bis 20 Prozent der Jugendlichen aufgrund heute üblicher Hörgewohnheiten nach zehn Jahren leichte, aber deutlich nachweisbare Gehörschäden festzustellen. 

Lärmbelastung ermitteln

Der Schutz der Menschen vor Geräuschen wird durch eine Vielzahl von Verordnungen und Einzelfallregelungen sichergestellt. In den nächsten Jahren wird auf Grund der EU-Umgebungslärmrichtlinie die Lärmbelastung durch die Hauptlärmquellen (Hauptverkehrsstraßen, Haupteisenbahnstrecken, Großflughäfen und Ballungsgebiete) systematisch ermittelt und in Lärmkarten dargestellt. In Aktions- und Lärmminderungsplänen werden anschließend mögliche Maßnahmen zur Lärmminderung ausgearbeitet und dargestellt. Die Öffentlichkeit wird über den aktuellen Stand der Erhebungen informiert und bei der Lärmminderungsplanung beteiligt. 

Mechanische Wellen, hervorgerufen durch natürliche oder künstliche Quellen, breiten sich im Erdboden aus, regen Gebäude zu Schwingungen an und werden von den darin befindlichen Menschen als Erschütterungen wahrgenommen. Erschütterungsimmissionen werden vor allem durch Industrieverfahren, Baumaßnahmen und Verkehr hervorgerufen. Die Beurteilung, ob diese Einwirkungen schädlich oder belästigend sind, erfolgt anhand von technischen Regeln. 

Das Umweltministerium wird fachlich unterstützt von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW), die Messungen vornimmt, Prognosen erstellt und Vorhaben bezüglich Lärm und Erschütterung beurteilt.


Weitere Informationen

Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW)

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Ministerium für Verkehr und Infrastruktur (MVI)

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