Was sind hohe Asbestfaserkonzentrationen

ASBEST IN GEBÄUDEN – DIE VERSTECKTE GEFAHR

Was sind hohe Asbestfaserkonzentrationen?

Da es sich bei Asbest um ein natürlich vorkommendes Mineral handelt, ist es auch in der Umwelt vorhanden. Als natürliche Hintergrundbelastung wurde eine Faserkonzentration von 100 – 150 Asbestfasern pro Kubikmeter (F/m3) festgestellt (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt, UmweltWissen – Praxis: Asbest).

Sowohl die Technische Regel für Gefahrstoffe TRGS 519 als auch die baurechtliche „Richtlinie für die Bewertung und Sanierung schwach gebundener Asbestprodukte in Gebäuden“ geben eine Asbestfaserkonzentration in der Raumluft von 500 F/m3 vor, die nach einer erfolgreichen Sanierung nachzuweisen ist. Erst wenn eine Messung diesen Wert bestätigt, dürfen die Schutzmaßnahmen aufgehoben werden (Freigabe).

Konzentrationen am Arbeitsplatz

Beschäftigte, die an ihrem Arbeitsplatz mit Asbest in Berührung kommen, können einer vielfach höheren Faserkonzentration ausgesetzt sein. Hier ist der Arbeitgeber gemäß der Gefahrstoffverordnung verpflichtet, die Exposition der Beschäftigten gegenüber Asbest zu minimieren und wirksame Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Erlaubt sind nur noch Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten, die in der Technischen Regel für Gefahrstoffe TRGS 519 definiert sind.

Gemäß dem Risiko- und Maßnahmenkonzept der Technischen Regel für Gefahrstoffe TRGS 910 gelten am Arbeitsplatz derzeit folgende Konzentrationswerte:

  • Akzeptanzkonzentration 10.000 F/m3
  • Toleranzkonzentration 100.000 F/m3

Die Akzeptanzkonzentration gilt für eine tägliche Exposition über ein ganzes Arbeitsleben. Bei Konzentrationen unterhalb dieser Akzeptanzkonzentration besteht für die Beschäftigten ein niedriges Risiko. Für Asbestfaserkonzentrationen, die über der Akzeptanzkonzentration von 10.000 F/m3 liegen, muss der Arbeitgeber Schutzmaßnahmen ergreifen, um das Risiko für die Arbeitnehmer zu minimieren.

Asbestfaserkonzentrationen, die über der Toleranzkonzentration von 100.000 F/m3 liegen, sind mit einem hohen, nicht hinnehmbaren Risiko verbunden. Arbeitnehmer sollten diesen hohen Konzentrationen auf keinen Fall (oder nur kurzzeitig und mit entsprechenden Schutzmaßnahmen) ausgesetzt sein.


Externe Links

Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 519

Abbruch-, Sanierungs- oder InstandhaltungsarbeitenZur TRGS 519


Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 910

Risikobezogenes Maßnahmenkonzept für Tätigkeiten mit krebserzeugenden GefahrstoffenZur TRGS 910


Expositionsbeurteilung bei krebserzeugenden Stoffen

Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) beschreibt das Risikokonzept des Ausschusses für Gefahrstoffe (AGS)Zur IFA


Das Risikokonzept für krebserzeugende Stoffe des Ausschusses für Gefahrstoffe

Broschüre der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und ArbeitsmedizinZur BAuA

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