Aktuelle Meldung

2. Stakeholder-Workshop Ressourceneffizienz
  • 13.07.2015

Experten diskutieren Perspektiven und Maßnahmen für ein ressourcenschonendes Baden-Württemberg

Über 100 Expertinnen und Experten der 2014 gegründeten „Akteursplattform Ressourceneffizienz“ diskutieren auf ihrem zweiten Workshop Ziele und Maßnahmen für ein ressourcenschonendes Baden-Württemberg. Sie haben dafür einen ersten Arbeitsbericht vorgelegt, der in die Landesstrategie Ressourceneffizienz einfließen soll. Der Bericht beschreibt den Stand der Diskussion sowie die Positionen der einzelnen Akteure und enthält fast 30 konkrete Handlungsempfehlungen an die Landesregierung.

Umweltminister Franz Untersteller: „Ressourceneffizienz erhöht unsere Wettbewerbsfähigkeit und sichert so Arbeitsplätze. Rohstoffe effizient zu nutzen und nicht zu verschwenden ist ökonomisch sinnvoll, ökologisch nötig und sozial verantwortungsvoll.“

Umweltminister Franz Untersteller begrüßte die Vorlage des Berichts und bezeichnete ihn als eine gute Grundlage für die Erarbeitung der Landesstrategie, die noch in diesem Jahr vorgelegt werden solle: „Wir wollen Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch entkoppeln, wir wollen die Rohstoffproduktivität im Vergleich zu 1994 möglichst verdoppeln und wir arbeiten daran, Baden-Württemberg zum Leitmarkt für neue Ressourceneffizienztechnologien zu machen. Das sind die Ziele der Landesstrategie und ein großes Thema der nächsten Legislatur.“

Wirtschaftsminister Nils Schmid: „Ressourceneffizienz leistet einen Beitrag zu einer sicheren und wirtschaftlichen Rohstoffversorgung.“

Wirtschaftsminister Nils Schmid sagte: „Die wirtschaftliche Stärke und Innovationskraft unseres Landes hängt von der ständigen Verfügbarkeit zahlreicher, oft kritischer Rohstoffe ab – jetzt und in der Zukunft. Ressourceneffizienz kann hier einen Beitrag zu einer sicheren und wirtschaftlichen Rohstoffversorgung leisten. Es ist aber auch notwendig, außenwirtschaftliche Fragen zu beachten. Außerdem dürfen die Themen Recycling, Substitution und die Potenziale heimischer Rohstoffvorkommen nicht außen vor bleiben.“

Die Akteursplattform schlägt unter anderem vor, Ressourceneffizienz stärker in Ausbildung und Studium zu thematisieren, um es in der künftigen unternehmerischen und wissenschaftlichen Praxis frühzeitig zu verankern. Dem Thema Rohstoffgewinnung und -wiedergewinnung in einem rohstoffarmen Land wie Baden-Württemberg misst die Akteursplattform ebenfalls einen hohen Stellenwert bei.

Die Landesregierung solle deshalb zum Beispiel die Abfallverwertung optimieren, etwa das Recycling von Altautos und Elektroschrott, um wertvolle Metalle zurückzugewinnen. Dazu sei die Substitution ein wichtiges Thema der Forschung und Entwicklung. Je mehr begrenzte Rohstoffe ersetzt werden könnten durch nachwachsende Rohstoffe, desto unabhängiger werde Baden-Württemberg von Importen und hohen Kosten.

Der effiziente Einsatz von Rohstoffen und Energie sei aber nicht allein ein ökonomisches Thema, hob Umweltminister Franz Untersteller hervor. Genauso gehe es um ökologische und soziale Aspekte: „Immer mehr Rohstoffe zu fördern und zu verbrauchen bedeutet Ausbeutung: der Umwelt auf der einen Seite, allzu oft aber auch von Menschen, die unter teils unwürdigen Bedingungen daran arbeiten, unseren Rohstoffhunger zu stillen. Ressourceneffizienz ist deshalb nicht nur ökonomisch sinnvoll, sie ist auch ökologisch nötig und sozial verantwortungsvoll.“

Ergänzende Informationen

Die „Akteursplattform Ressourceneffizienz Baden-Württemberg" ist eine Initiative der Landesregierung unter Federführung des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und Mitwirkung des Staatsministeriums, Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft und Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Die Akteursplattform soll konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Ressourceneffizienz in Baden-Württemberg erarbeiten.

Da Ressourceneffizienz eine gesamtgesellschaftliche Bedeutung hat, beteiligen sich neben Politik und Wirtschaft auch Gewerkschaften, Arbeitgeber, Naturschutzverbände und die Wissenschaft an der Akteursplattform. Alle Gruppen haben Gelegenheit, ihre Vorstellungen in fünf Arbeitsgruppen einzubringen, die folgende Schwerpunktthemen behandeln:

  • Innovation und Technologieentwicklung
  • Material- und Energieeffiezienz in Unternehmen
  • Indikatoren Messgrößen und Ziele
  • Ressourceneffiziente Rohstoffgewinnung/Rohstoffversorgung der Wirtschaft
  • Kreislaufwirtschaft

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