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Erneuerbare Energien
  • 30.06.2014

Bodenseewasser zum Heizen und Kühlen

  • Bodensee

    Quelle: @Jan Schuler/Fotolia.com

Baden-Württemberg befürwortet thermische Nutzung des Sees unter Beibehaltung ökologischer Standards

Auf ihrer diesjährigen Tagung hat die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee, IGKB, die Richtlinien für die thermische Nutzung des Sees neu gefasst. Diese stehen unter dem Leitgedanken, dass die Wärme- und Kältenutzung des Bodenseewassers unter dem Aspekt der Förderung erneuerbarer Energien in Zukunft verstärkt möglich sein soll.

Umweltminister Franz Untersteller sieht darin eine Ergänzung der bisherigen Bodenseepolitik um den Aspekt des Klimaschutzes durch die Nutzung erneuerbarer Energiequellen. Damit reagiere die IGKB auch auf den Weltklimarat, der empfehle, gegen die weitere Klimaerwärmung stärker als bisher energiesparende Möglichkeiten der Heizung und Kühlung von Gebäuden zu nutzen.

Franz Untersteller: „Baden-Württemberg befürwortet, dass diese umweltfreundliche Energiequelle im Interesse des Klimaschutzes optimal eingesetzt wird. Davon unberührt bleibt, dass der Gewässerschutz nach wie vor an oberster Stelle steht.“

Untersteller: „Wir können und wollen das Bodenseewasser stärker als Energiequelle nutzen."


Die Wärme des Sees könne im Winter mit Hilfe von Wärmepumpen genutzt werden, um Gebäude zu beheizen. Im Sommer wiederum lasse sich das vergleichsweise kühle Bodenseewasser zu Kühlzwecken einsetzen. „Dies ist ökologisch wie ökonomisch von Vorteil, weil dabei kostenlose Umweltenergie genutzt wird“, sagte der Umweltminister.

Um diese alternative Energiequelle am Bodensee nutzen zu können, gelten strenge ökologische Vorgaben. So darf das Wasser nur in einer Zone zwischen 20 und 40 Meter Tiefe für Wärme- und Kühlzwecke eingesetzt werden, damit die natürlichen Schichtungsverhältnisse im See möglichst wenig gestört werden.

In dieser Zone muss auch das wieder eingeleitete Wasser verbleiben. Daher darf es höchstens 20 Grad Celsius warm sein, wobei sich außerhalb einer festgelegten Mischungszone die Wassertemperatur nicht um mehr als ein Grad verändern darf. Außerdem müssen bestimmte Abstände zu Trinkwasserentnahmestellen eingehalten werden. „Wir sind sicher, dass sich auf diese Weise die umweltfreundliche Energiequelle Bodensee im Einklang mit der Natur nutzen lässt“, so Franz Untersteller.

Weitere Informationen  

Seespiegel (Nr. 39): Artikel „Bodensee als Energiereservoir"

IGKB


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