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Europäische Zusammenarbeit
  • 25.01.2015

Baden-Württemberg und Dänemark vereinbaren enge Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Energiepolitik

Umweltminister Franz Untersteller: „Enge Kontakte zu Dänemark können zusätzliche Impulse für die Gestaltung der Energiewende in Baden-Württemberg bringen.“  

Mit der Unterzeichnung einer „Joint Declaration Of Intent“ über die künftige baden-württembergisch-dänische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Energiepolitik hat Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller seinen Besuch in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen abgeschlossen. Untersteller war an der Spitze einer rund 40 Personen starken Delegation aus Wirtschafts-, Wissenschafts- und Verbandsvertretern aus Baden-Württemberg nach Dänemark gereist, um mit Vertretern der dänischen Regierung unter anderem über Gewässerschutz im europäischen Kontext und über Ressourceneffizienz zu reden sowie sich über gemeinsame Ziele beim Klimaschutz und die Ausrichtung der Energiepolitik auszutauschen. Ziel der Reise war auch, Kontakte zwischen baden-württembergischen und dänischen Unternehmen und Verbänden der Energiebranche zu knüpfen und zu vertiefen.

„Dänemark ist zweifellos der Branchenprimus in Europa, wenn es um den Ausbau der erneuerbaren Energien und um Energieeffizienz geht“, erklärte der baden-württembergische Umweltminister zum Abschluss seines Besuches. Das gelte für die Ideen, wie ein modernes ökologisches Energiesystem gestaltet werden könne, das gelte für die Unternehmen und die Technologien für die Realisierung und es gelte nicht zuletzt auch für die Politik, die offensiv für erneuerbare Energien und die Steigerung der Energieeffizienz arbeite. „Die Kontakte zu Dänemark im Bereich der Energiepolitik auszubauen und zu nutzen, kann für Baden-Württemberg nur von Vorteil sein. Die Dänen sind uns ein Stück voraus, das kann man sehen und erleben“, sagte Untersteller.

In der Absichtserklärung, die für Dänemark der Minister für Klima, Energie und Bau, Rasmus Helveg Petersen, unterschrieb, bekennen sich beide Partner, Baden-Württemberg und Dänemark, zu ambitionierten Zielen bei der CO2-Einsparung und der effizienten Energienutzung. Dazu bekräftigen sie die herausragende Rolle, die der Ausbau sauberer erneuerbarer Energien für die Zukunft der Energieversorgung spielt.

In den Mittelpunkt ihrer künftigen Zusammenarbeit stellen beide die Bedeutung des Wärmesektors für den Klimaschutz und da besonders den weiteren Ausbau der Fern- und Nahwärmenetze. Umweltminister Franz Untersteller: „Wir reden in Deutschland sehr viel über die Stromerzeugung und vernachlässigen dabei immer noch die Frage, ob wir effizient mit der dabei anfallenden Wärme umgehen. Kraft-Wärme-Kopplung ist ein Schlüssel zu Energiewende und Klimaschutz, den wir mehr nutzen müssen.“

Der Ausbau der Fernwärme und Wärmenetze stagniere in Deutschland, während Dänemark da mit einer bemerkenswerten Selbstverständlichkeit weitergekommen sei, sagte Untersteller: „Was hier an modernen und effizienten Anlagen gebaut wird, ist beeindruckend.“ Zwar gebe es, beispielsweise in Crailsheim und in Büsingen, auch gute solare Wärmeprojekte in Baden-Württemberg, aber eben noch zu wenig, so der Umweltminister.

Mit Dänemark ist jetzt der gegenseitige Austausch von Experten und Expertenwissen, die Organisation von grenzüberschreitenden Seminaren und Workshops, sowie wissenschaftliche Zusammenarbeit im Bereich der Energieeffizienz vereinbart.

„Wir wollen Initiativen von Unternehmen, wissenschaftlichen Instituten oder Verbänden zur Zusammenarbeit mit den dänischen Nachbarn befördern und unterstützen. Ziel ist eine Partnerschaft zu beiderseitigem Nutzen, um Fernwärme voranzubringen und unterschiedliche Energiequellen in ein effizientes Energiesystem zu integrieren“, sagte Franz Untersteller. Auf Landesebene sei für die nähere Zukunft zunächst die Entwicklung eines Konzepts zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung geplant, außerdem werde über ein Förderprogramm für Wärmenetze nachgedacht.

Auch im Bereich der Anpassung an den Klimawandel gehen Baden-Württem-berg und Dänemark einen ähnlichen Weg. Beide arbeiten derzeit an einer Strategie, um auf die umfassenden Herausforderungen des Klimawandels reagieren zu können. Auch in diesem Punkt sei eine stärkere Zusammenarbeit denkbar, sagte Untersteller: „Der Klimawandel stellt Gesellschaft und Wirtschaft vor einige Probleme, die in Dänemark dieselben sind wie in Baden-Württemberg. Zum Beispiel, wie gehen wir mit extremen Wetterereignissen um, wie entwickelt sich die Landwirtschaft, welche städtebaulichen oder touristischen Konzepte benötigen wir? Auch bei der Entwicklung der Anpassungsstrategie suchen wir künftig verstärkt den Austausch.“


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