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LUBW
  • 09.10.2015

40 Jahre LUBW in Karlsruhe

Umweltminister Franz Untersteller: „Die LUBW ist ein verlässlicher und fachlich fundierter Wegweiser in Umweltfragen.“

„Die Geschichte der LUBW ist eine Erfolgsgeschichte“, betonte Umweltminister Franz Untersteller heute (09.10.) in Karlsruhe beim Festakt anlässlich des 40-jährigen Bestehens der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg. Nicht zuletzt dank ihrer Arbeit habe sich der Umweltschutz im Land in den 40 Jahren ihres Bestehens nachhaltig verbessert, sagte der Minister.

Besonders wichtig sei die gesetzlich verankerte, fachliche und wissenschaftliche Unabhängigkeit der LUBW, so Untersteller weiter. Auch wenn die LUBW von den Ministerien Aufträge erhalte, stünden der Ablauf der Untersuchungen und die Bewertung der Ergebnisse in alleiniger Verantwortung der Landesanstalt und unterlägen keinerlei Weisung. „Deswegen ist die Objektivität der LUBW allgemein anerkannt“, betonte der Umweltminister. „Wir werden auch in Zukunft darauf achten, die LUBW als unabhängigen Ratgeber zu erhalten.“

Die LUBW greift als kompetenter Berater rund um die vielfältigen Herausforderungen für Natur und Umwelt, den technischen Arbeitsschutz, Strahlenschutz und die Produktsicherheit in Baden-Württemberg immer wieder neue Themen auf. Aktuelle Beispiele sind Mikroplastik, Spurenstoffe in Gewässern oder der Stickstoffeintrag in die Umwelt.

Die Daten der LUBW aus den landesweiten Messnetzen für Luft, Boden und Grundwasser, aus dem Fließgewässermonitoring, der Radioaktivitätsüberwachung und den zahlreichen ökologischen Erhebungen sind eine unerlässliche Grundlage für fundierte Analysen und die fachliche Beratung der Ministerien und der Fachbehörden im Land. „Besonders wertvoll sind die langen Zeitreihen der LUBW“, betonte Franz Untersteller. „Sie zeigen eindrucksvoll die Folgen des Klimawandels auf, zum Beispiel den im langfristigen Vergleich immer früheren Beginn der Apfelblüte.  Und sie belegen sowohl die Erfolge der Umweltpolitik der vergangenen Jahrzehnte, etwa die Verminderung des Säureeintrags in die Umwelt oder die verbesserte Qualität unserer Flüsse. Sie verdeutlichen aber auch, wo noch Handlungsbedarf besteht, zum Beispiel beim Thema Feinstaub.“

Das von der LUBW mitentwickelte Umweltinformationssystem Baden-Württem-berg ist für die Landespolitik das strategische Instrument zur Umsetzung eines vorsorgenden, effektiven und nachhaltigen Umwelt- und Klimaschutzes. Seine Bedeutung wird durch die zunehmende Digitalisierung in den künftigen Jahren noch deutlich zunehmen. Erhobene Daten können zum Beispiel über den „Daten- und Kartendienst Umweltdaten online“ (UDO) von Fachbehörden ebenso wie von interessierten Bürgerinnen und Bürgern kostenlos abgerufen und genutzt werden. Hier finden sich auch weitere Geodaten, ausgewertete Berichte und Leitfäden. Künftig soll die Informationstechnik zwar bei der in diesem Jahr neu gebildeten Landesoberbehörde IT Baden-Württemberg (BITBW) zentralisiert werden. „Als Kompetenzzentrum für die Umweltinformatik wird die LUBW aber auch weiterhin bei der Entwicklung und Steuerung des baden-württembergischen Umweltinformationssystems eine herausragende Rolle spielen“, betonte Umweltminister Untersteller.

Die Präsidentin der LUBW, Margareta Barth, veranschaulichte in ihrer Rede, wie sich die Aufgaben, Organisation und Instrumente der LUBW in vier Jahrzehnten verändert haben: „Mit den Kompetenzzentren Windenergie, Bioabfall und Arbeitsschutz haben wir erfolgreich neue Formen der Zusammenarbeit im Haus geschaffen. Wir werden künftig auch stärker fachübergreifend mit externen wissenschaftlichen Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen zusammenarbeiten, um immer komplexere Fragestellungen kompetent zu beantworten.“

Margareta Barth verdeutlichte, dass der Umweltschutz in Baden-Württemberg auch künftig vor großen Herausforderungen stehe: „In unseren Flüssen und Bächen können wir mit moderner Messtechnik Chemikalien aus unserem alltäglichen Gebrauch nachweisen, darunter Arzneimittel, Haushaltschemikalien und Flammschutzmittel. Wie diese auf die Ökosysteme wirken, ist offen. Auch der Erhalt der Biodiversität und ein dichtes Netz von Schutzgebieten sind notwendig, um die Vielfalt, Schönheit und Leistungsfähigkeit von Natur und Umwelt langfristig zu sichern. Der Klimawandel wird gerade in Baden-Württemberg in den nächsten Jahrzehnten eine Anpassung in vielen Lebensbereichen erfordern. Hierfür hat die LUBW gemeinsam mit dem Umweltministerium eine Anpassungsstrategie für Baden-Württemberg erarbeitet“, so Präsidentin Barth.

Die Präsidentin nutzte den Blick in die Zukunft auch dazu, für den geplanten LUBW-Neubau in Karlsruhe zu werben. Derzeit sei die LUBW auf fünf Gebäude verteilt. Vier der Gebäude entsprächen schon lange nicht mehr zeitgemäßen Anforderungen: „Ein Neubau würde den schnellen Austausch zwischen den Arbeitsbereichen erheblich erleichtern und uns gleichzeitig die Möglichkeit geben, unsere Labore für Luft, Wasser, Boden, Biologie und Verbraucherschutz sowie für die Radioaktivität zusammenzuführen und zu modernisieren.“

Auch Umweltminister Franz Untersteller betonte die Notwendigkeit, die Kompetenzen innerhalb der LUBW räumlich zu bündeln: „Wir planen eine geschlossene Laboreinheit in einem Neubau, einen halböffentlicher Bereich mit Besprechungsräumen und einen Bürobereich überwiegend im Bestandsgebäude. Und das alles hier in Karlsruhe am Standort Großoberfeld. Pünktlich zum heutigen Jubiläum kann ich sagen, dass das Finanzministerium diesem Vorhaben grundsätzlich zugestimmt hat und wir jetzt mit den konkreten Planungen beginnen können.“

Ergänzende Informationen

Die Gründung der LUBW im Jahr 1975 fiel in die Zeit des Waldsterbens, saueren Regens und der qualmenden Schornsteine. Wintersmog und Schaumberge auf den Flüssen sowie wilde Müllkippen sind Bilder, die diese Zeit prägen. Die Verunreinigung von Wasser, Boden und Luft sensibilisierte Bevölkerung und Politik für Umweltfragen. 1972 wurden erstmals in Baden-Württemberg zwei Ministerien gegründet, die sich gebündelt um den Umweltschutz kümmern sollten, zuvor waren die Aufgaben auf fünf Ministerien verteilt.

Das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Umwelt erhielt die Kompetenzen für Wasserwirtschaft und Abfallbeseitigung und dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Sozialordnung wurden die Zuständigkeiten für Arbeitsschutz, Strahlenschutz und Sicherheit der Kerntechnik übertragen. Nach dieser Neustrukturierung auf ministerieller Ebene beschloss der Ministerrat im Oktober 1974, ergänzend eine „Landesanstalt für Umweltschutz“ als Instrument für eine vorausschauende und bereichsübergreifende Umweltpolitik einzurichten. Die Landesanstalt war auf Länderebene die erste Institution in der Bundesrepublik Deutschland, in der sowohl die Umweltmedien Wasser, Boden, Luft als auch der Natur- und Artenschutz unter einem Dach vereint wurden.

Am ersten Januar 1975 nahm diese Anstalt unter dem Kürzel „LfU“ die Arbeit auf, die heutige LUBW war geboren. Der landesweite Auf- und Ausbau der Messnetze stand in den ersten Jahrzehnten im Vordergrund. Das Grundwasser-Messnetz, das Fließgewässermonitoring, die Kernreaktorfernüberwachung (KFÜ), das Luftmessnetz, das Bodenmessnetz oder ökologische Erhebungen liefern heute eine Fülle wertvoller Daten in langen Zeitreihen. Seit den 1990er Jahren nimmt die LUBW mit einer gesamtökologischen und medienübergreifenden Umweltbetrachtung die Entwicklungen und gegebenenfalls die Beeinträchtigungen ganzer Ökosysteme unter die Lupe. Heute werden zur Analyse der Umweltmedien physikalische und chemische Untersuchungsmethoden als auch Bioindikatoren eingesetzt.

Zurzeit arbeiten rund 550 Naturwissenschaftler, Ingenieure und Techniker sowie Labor- und Verwaltungsfachkräfte für die LUBW.

Weitere Informationen

Pressemitteilung: LUBW – 40 Jahre aktiv für Natur und Umwelt (04.02.2015)

LUBW-Webseite: „40 Jahre aktiv für Natur & Umwelt“

LUBW-Festschrift: „40 Jahre aktiv für Natur Umwelt“


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