Weltklimakonferenzen

Internationale Klimapolitik
  • 19.05.2016

Weltklimakonferenzen

Die 1992 in Rio de Janeiro verabschiedete und 1994 in Kraft getretene Klimarahmenkonvention (United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC)) ist Grundlage der weltweiten internationalen Zusammenarbeit zum Klimaschutz. Bis zum Zieljahr 2012 wurden in den Folgekonferenzen der Vertragsstaaten verschiedene Minderungsziele für die wichtigsten Treibhausgase festgelegt. 

Wichtiger Meilenstein: das Kyoto-Protokoll

Ein wichtiger Meilenstein in den internationalen Klimaverhandlungen wurde 1997 auf der Klimakonferenz in Kyoto mit dem Kyoto-Protokoll erreicht. Es war das bislang einzige völkerrechtlich verbindliche Instrument der internationalen Klimaschutzpolitik, in dem sich einige Industriestaaten verbindlich dazu verpflichteten, ihre Emissionen in einer Verpflichtungsperiode von 2008 bis 2012 zu reduzieren. 

Ein vorrangiges Ziel der nachfolgenden Weltklimakonferenzen war es, ein Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls zu verabschieden. Baden-Württemberg unterstützte dabei das Anliegen Deutschlands und der EU, verbindliche Verpflichtungen zur Minderung der Treibhausgasemissionen zu verankern und dabei über das Kyoto-Abkommen hinaus auch Schwellenländer wie Indien und China sowie die USA und auch Kanada einzubinden.

Annäherung der Staaten gestaltet sich schwierig

Eine Annäherung gestaltete sich allerdings auf Grund der Ausgangssituationen und divergierenden Interessenlagen sehr schwierig. Dennoch einigte man sich auf der Weltklimakonferenz 2010 in Cancun darauf, die globale Erderwärmung gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter auf zwei Grad Celsius zu begrenzen.

Zudem wurde das Kyoto-Protokoll auf der Klimakonferenz in Katar Ende 2012 verlängert. An der zweiten Verpflichtungsperiode von 2013 bis 2020 nehmen jedoch weniger Länder teil. Sie decken gerade einmal 15 % der weltweiten Treibhausgasemissionen ab. Damit hat die Verlängerung insbesondere symbolischen Charakter.

Wichtiger Schritt zum großen Ziel: Pariser Weltklimavertrag gibt ermutigendes Signal

Nach teils ermutigenden wie leider auch sehr ernüchternden Ergebnissen in zahlreichen Folgekonferenzen fand vom 30. November bis 11. Dezember 2015 die Weltklimakonferenz (COP 21) in Paris statt. Erstmalig gelang es, einen internationalen Klimavertrag abzuschließen, der alle Staaten zum Klimaschutz verpflichtet.

Marrakesch 2016 setzt ein Zeichen des Aufbruchs

Am 4. November 2016, also kurz vor der COP22 in Marrakesch, trat der neue internationale Klimavertrag in Kraft. Ein Meilenstein des Abkommens war, dass es auch von China und den USA ratifiziert wurde. Die als „Aktions- und Implementierungs-COP“ geplante Konferenz in Marrakesch unterschied sich von den vorherigen COPs darin, dass der Austausch der Staaten über die Umsetzung des Paris-Abkommens in den Mittelpunkt rückte.

Bonn 2017 – Fidschi-Präsidentschaft im Zeichen der Paris-Implementierung

Vom 6. bis 17. November 2017 fand in Bonn die 23. COP (Conference of the Parties) der Vereinten Nationen unter der Präsidentschaft der Republik Fidschi statt. Delegierte aus aller Welt diskutierten über die weitere Umsetzung des Paris-Protokolls. Neben dem Klimaschutz galt ein besonderes Augenmerk auch der notwendigen Anpassung an die nicht mehr vermeidbaren Klimaveränderungen. Im Mittelpunkt der Verhandlungen standen die Vorarbeiten für ein verbindliches Regelwerk, mit dem die Klimaschutz-Zusagen der einzelnen Staaten überprüfbar und miteinander vergleichbar gemacht werden können. Es soll beim nächsten Klimagipfel Ende 2018 in Polen verabschiedet werden.


Weitere Informationen

Weltklimakonferenz in Bonn 2017

Zur COP 23


Internationale Klimapolitik

Weitere Informationen auf der Internetseite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und ReaktorsicherheitZum BMUB


Internationale Klimaschutzinitiative

Zur IKI


EU-Klima- und Energiepolitik

Mehr

Fußleiste