Konventionelle Kraftwerke

Effizient und flexibel

Neue Rolle für konventionelle Kraftwerke

  • Das Rheinhafen-Dampfkraftwerk Karlsruhe erzeugt Strom und Fernwärme.

    Das Rheinhafen-Dampfkraftwerk Karlsruhe erzeugt Strom und Fernwärme.
    Quelle: ENBW/Bernd Franck

Heute erzeugen konventionelle Kraftwerke den Löwenanteil des deutschen Strombedarfs. In Zukunft werden sie benötigt, wenn die Erneuerbaren den Bedarf nicht decken können. Anders gesagt: Um die Versorgungssicherheit künftig zu gewährleisten, müssen konventionelle Kraftwerke einen Funktionswandel vollziehen. Wir erklären, warum.

Klar ist: Je höher der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromversorgung, desto geringer ist der Bedarf an Strom aus konventionellen Kraftwerken. Das heißt allerdings nicht, dass wir sie in Zukunft nicht mehr benötigen – im Gegenteil: Sie müssen in Zukunft flexibel zugeschaltet werden können, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht.

Bedarf an effizienten und flexiblen Kraftwerken steigt

Konventionelle Kraftwerke sind aktuell zumeist noch Kohle-, Atom- und Gaskraftwerke. Bieten sie hinsichtlich ihrer Verwendbarkeit keine ausreichend hohe Flexibilität, um ihrer Rolle im zukünftig von erneuerbaren Energien dominierten Strommix gerecht werden zu können, müssen sie durch neue flexible Erzeugungsanlagen und Lastmanagement ersetzt werden.

Dazu bieten sich vor allem Gasturbinen an. Sie sind in der Anschaffung am kostengünstigsten und müssen daher im Gegensatz zu großen Kohleblöcken oder gar AKW nicht konstant Strom ins Netz einspeisen, um sich zu refinanzieren.

Veränderungen am Markt

Doch damit sich die Investition in und der Betrieb von konventionellen Kraftwerken überhaupt lohnen, muss der Energiemarkt angepasst werden. Da Strom aus erneuerbaren Quellen durch den Einspeisevorrang den Vorzug vor Energie aus konventionellen Kraftwerken bekommt und darüber hinaus an der Börse deutlich kostengünstiger ist, reduziert sich die Dauer, in der konventionelle Kraftwerke Strom einspeisen, deutlich. Darüber hinaus sinkt das Preisniveau seit Jahren – dies beschreiben Energieexperten mit dem Begriff Merit-Order-Effekt.

Die Folge: Die Kraftwerke werden zusehends unrentabel. Nicht umsonst denken viele Energieerzeuger aus diesem Grund über die Abschaltung von Kraftwerken nach. Auch wenn dies ohne Zustimmung der politischen Entscheider nicht möglich ist: Der Energiemarkt benötigt eine grundlegende Änderung, wenn Investitionen in neue konventionelle Kraftwerke sich lohnen sollen.

Ein aktueller Vorschlag dazu ist, nicht nur den Strom selbst zu vergüten, sondern auch die Bereitstellung der Kapazitäten, mit denen der Strombedarf gedeckt werden kann, da das aktuelle Energiemarktdesign („Energy-Only-Markt“) dies nicht leistet. Für einen solchen Kapazitätsmechanimus sind derzeit eine Reihe von Ansätzen in der politischen Diskussion. Dabei plant die Bundesreigerung, bis zum Sommer 2015 eine Entscheidung vorzubereiten.

(Quelle: www.energiewende.baden-wuerttemberg.de)


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