Gutachten EEG 3.0

Wissenschaftliches Begleitgutachten

EEG 3.0: Ausgestaltungsvorschlag für ein Ausschreibungsmodell für Wind an Land

Derzeit steht eine weitere Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes an. Die Bundesregierung hat angekündigt, bis 2017 die Höhe der Vergütung der erneuerbaren Energien über Ausschreibungen zu ermitteln. Die Pilotausschreibung für PV-Freiflächenanlagen im April 2015 war hierfür ein erster Schritt. Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg hat Bedenken gegenüber einer vollständigen Umstellung auf ein Ausschreibungsmodell. Zuvor müssten weitere Pilotversuche für die anderen Technologien auf den Weg gebracht werden.

Insbesondere für die Windenergie an Land besteht bei der Umstellung auf Ausschreibungen die Gefahr, dass der Ausbau in südlicheren Regionen mit allen damit Verbundenen Folgen, so zum Beispiel auch mit weiteren Anforderungen an die Dimension des Ausbaus der Übertragungsnetze, zum Erliegen kommt. Standorte in Süddeutschland können mit windstarken Standorten im Norden bei einer Ausschreibung nicht mithalten. Das steht im Widerspruch zum bisherigen breiten Konsens, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien auch künftig über das gesamte Bundesgebiet verteilt erfolgen soll.

Weitere Bedenken bestehen im Hinblick auf die Akteursvielfalt. Kleinere Marktakteure oder Bürgerenergieprojekte, die nur eins oder wenige Projekte entwickeln, gehen ein vergleichsweise großes Risiko ein. Anders als Akteure mit einem großen Portfolio von Projekten können sie ihre Entwicklungskosten nicht auf andere Projekte umlegen, wenn sie den Zuschlag für die Errichtung ihrer Anlagen nicht erhalten. Es ist zu befürchten, dass sie dieses Zuschlagsrisiko künftig nicht eingehen, so dass es zu einer Konzentration auf große Marktakteure kommen würde.

Risiko einer Konzentration der Windenergie an Land im Norden belegt

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg hat das Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH sowie den Ökonomen Prof. Dr. Peter Bofinger und den Energierechtler Prof. Dr. Markus Ludwigs beauftragt, ein wissenschaftliches Gutachten zu Ausschreibungen für Windenergie an Land zu erarbeiten.

Dieses Gutachten belegt eindeutig das Risiko einer Konzentration der Windenergie an Land in Norddeutschland. Es schlägt daher vor, das sogenannte Referenzertragsmodell, welches einen Ausgleich über die verschiedenen Windgüteklassen in Deutschland schaffen soll, anzupassen. Darüber hinaus wird eine regionale Kompetente im Rahmen der Ausschreibung vorgeschlagen, bei der die Bundesländer in eine nördliche und südliche Gruppe unterteilt werden und jede Gruppe eine Mindestzuschlagsquote erhält. Weiterhin entwickelt das Gutachten Vorschläge, wie die Akteursvielfalt erhalten und kleinere Marktakteure in einem Ausschreibungssystem geschützt werden können.


Externe Links

Erneuerbare-Energien-Gesetz 2014

Informationen zur Reform des EEG 2014 Zum BMWi


Gesetz für den Ausbau Erneuerbarer Energien

Das seit 1. August 2014 in Kraft getretene Gesetz in seiner vollständigen Fassung. Zu juris BMJ


Was ist eigentlich die EEG-Umlage?

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